[Rezension] Bloodline von Claudia Gray

Montag, 20. Februar 2017

When the Rebellion defeated the Empire in the skies above Endor, Leia Organa believed it was the beginning to a lasting peace. But after decades of vicious infighting and partisan gridlock in the New Republic Senate, that hope seems like a distant memory.

Now a respected senator, Leia must grapple with the dangers that threaten to cripple the fledgling democracy—from both within and without. Underworld kingpins, treacherous politicians, and Imperial loyalists are sowing chaos in the galaxy. Desperate to take action, senators are calling for the election of a First Senator. It is their hope that this influential post will bring strong leadership to a divided galaxy. 

As the daughter of Darth Vader, Leia faces with distrust the prospect of any one person holding such a powerful position—even when supporters suggest Leia herself for the job. But a new enemy may make this path Leia’s only option. For at the edges of the galaxy, a mysterious threat is growing... (Goodreads.com)

Titel: Bloodline | Autor: Claudia Gray | Verlag: Del Rey | ISBN: 9781101965986 | Reihe: - | Format: Taschenbuch | Add to Goodreads | ★★★★★



1. Prinzessin Leia, mein Vorbild
In diesem Punkt hat mich Claudia Gray wirklich überrascht. Ich war anfänglich skeptisch ob sie sich in einen solch komplexen Charakter wie Prinzessin Leia hineinversetzen kann. Mein Bild von Leia ist durch die alte Trilogie und dem siebten Teil ziemlich stark geprägt, so dass ich schon befürchtete Grays Interpretation von Leia würde total OOC* sein. Doch weit gefehlt! Gray beweist ein unheimliches Talent Leias Charakter weiter zu entwickeln. Mir kam die alderaanische Prinzessin noch nie so menschlich vor wie in Bloodlines. Ihr Schmerz über den Verlust ihres Heimatplaneten ist spürbar, sowie auch der Hass gegen ihren Vater. Grays Leia ist zwar reifer als die Leia aus der ersten Filmtrilogie, doch ist ihr verbissener Charakter noch immer zu spüren.

2. Hints about Ben
Hihi! Nach Bloodline muss ich jetzt immer Kichern wenn ich Erwachen der Macht schaue, denn man erfährt zwischen den Zeilen so viel über Kylo Rens/Ben SoloKindheit. Als Sohn einer Politikerin und eines Schmugglern, sowie als Neffe eines Jedi-Ritter, hatte man es sicher nicht immer leicht, doch ich habe nie verstanden wieso er seiner Familie im siebten Teil verleugnet. Claudia Gray bringt in diesem Punkt einige interessante Informationen, die zumindestens andeuten, was ein möglicher Grund für seine Entscheidung sich dem ersten Orden anzuschließen gewesen sein könnte.

3. Greer, Seastriker und Casterfo
Wo waren sie in The Force Awakens? Das frage ich mich jedes mal, wenn ich den siebten Teil der Saga anschaue und Leias abenteuerlichen Begleiter in dem Film vermisse. Die Story ist nicht sonderlich actionreich und an manchen Stellen wird es sehr politisch (aber lehrreich). Greer, Seastriker, zwei Piloten und der zentristische Politiker Casterfo, zunächst ein Feind Leias und schließlich ihr engster Verbündeter, haben die Lektüre jedoch zu einem Genuss gemacht. Jeder der Charakter ist so tiefgehend beschrieben, dass ich sie mir sehr gut auch in den Filmen hätte vorstellen können. Besonders Seastriker hat mich begeistert, da er zunächst wie der naive, jugendliche Pilot von nebenan wirkt und gegen Ende einiges an Tiefe gewinnt.

4. The First Order und seine Wurzeln
Bloodline beschreibt sehr imposant die Probleme der jungen, neuen Republik, aber auch die Wurzeln der First Order, die im Film so gewollt wirkte. Im Buch wird deutlich, was man schon im Film ahnte: der Senat besteht aus vielen verschiedenen Splitterparteien, die zur einer Lähmung des Systems führen und damit das Aufsteigen der First Order als Nachfolger des Empire begünstigt. Hier leistet Gray fast schon Pionierarbeit und versucht die komplexen, politischen Probleme nach der alten Trilogie und vor dem siebten Teil hinreichend zu erklären. Ich bin gespannt ob Chuck Wendig mit seiner Star Wars Trilogie an Gray heranreichen kann und genauso gute Aufklärungsarbeit leistet.

5. Der Bau des Todessterns
Für viele ist er das Symbol von Star Wars. Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn; der Todesstern des Imperium. Seine Erbauung spielte jedoch nie eine große Rolle. Claudia Gray spricht in ihren Buch aber aus, was viele vielleicht schon ahnten und zwar, dass der Todesstern in Arbeitslagern erbaut wurde. Diese standen unter der grausamen Leitung von Darth Vader, was abertausenden von Menschen ihr Leben kostete. Generell hab ich das Gefühl, dass die neuen, kanonischen Star Wars Bücher sich bemühen den zwei Hauptakteuren in der Galaxie: Die Rebellion und das Imperium mehr Tiefe und Bedeutung zu geben, was ich natürlich sehr begrüße. Dieser Aspekt kommt in den Filmen leider nämlich viel zu kurz.

*OOC = out of character

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